SV-Kurs war ein voller Erfolg!

Wehr Dich! – Selbstverteidigungskurs für Frauen

Vergangenes Wochenende stellten sich 9 Frauen in Zweibrücken einer ungewöhnlichen Herausforderung: der unkonventionelle Selbstverteidigungskurs für Frauen des Zweibrücker Karatevereines Kyohan verlangte seinen Teilnehmerinnen so manches ab.

Sich mit spektakulären Techniken aus einer Umklammerung zu befreien und stuntmäßig einen Angreifer zu Boden zu bringen, der doppelt so groß und so schwer ist wie man selbst - das stellen sich viele Menschen unter Selbstverteidigung vor.

Einen völlig anderen Ansatz hatte der SV-Kurs für Frauen, der am vergangenen Wochenende vom Karate-Dojo-Kyohan Zweibrücken e.V. angeboten wurde.

„Uns geht es darum, den Teilnehmerinnen ein grundlegendes Gefahrenbewusstsein zu vermitteln“, erklärt einer der Trainer. In welchen Situationen ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich? Wo und wann beginnt Selbstverteidigung? Und welche anderen Mittel gibt es neben dem Einsatz roher Gewalt?

Diesen und vielen weiteren Fragen wurde im Kurs auf den Grund gegangen. Neben spielerischen Einstiegsübungen zur Proxemik und dem richtigen Auftreten in Gefahrensituationen wurden die Teilnehmerinnen der bunt gemischten Gruppe in grundlegenden Schlag-, Stoß- und Knietechniken ausgebildet. Diese wurden im Laufe des Samstags an Schlagpolstern geübt und eingeschliffen.

Auch verschiedene Befreiungsmanöver, beispielsweise gegen Festhalten oder Würgen, wurden trainiert. „Wenn man unter Stress steht, kann man nur noch jene Techniken und Bewegungsabläufe abrufen, die im motorischen Gedächtnis gespeichert sind“, erklärte einer der Ausbilder. „Wenn es schnell gehen muss, bleibt für ‚könnte, hätte, sollte‘ keine Zeit.“ Daher war es explizites Ziel des Kurses, möglichst einfache und universell einsetzbare Techniken zu vermitteln und diese auf die unterschiedlichen Gefahrensituationen anzupassen.

Der Endgegner stand den Frauen sonntags bevor. Nach einer kurzen Wiederholungsrunde wurde in der Trainingshalle ein Parcours aufgebaut. Diesen

mussten die Teilnehmerinnen einzeln unter Beweis ihrer verbalen, nonverbalen und tätlichen Fähigkeiten zur Selbstverteidigung durchlaufen.

„Endgegner“ selbst war hierbei einer der Trainer, der den Frauen in Vollschulanzug auflauerte. Die Teilnehmerinnen wurden zunehmend belästigt, bis hin zum Einsatz verbaler Aggressivität und Handgreiflichkeiten. Nun stellten die Frauen ihre neu erlernten Fähigkeiten unter Beweis: als es darauf ankam, hagelte es Hiebe und Kniestöße, die selbst einen Hartgesottenen aus der Bahn geworfen hätten.

Die Trainer zeigten sich begeistert: Von der 13-jährigen Schülerin bis hin zur 55-jährigen Ärztin hat jede an dem Wochenende mehr mitgenommen als nur Muskelkater. „Ich habe richtig was gelernt“, strahlt eine 20-jährige FSJlerin, nachdem sie den Endgegner besonders eindrucksvoll überwältigt hat. „Unter Stress tickt man wirklich ganz anders. Toll, das einmal in diesem Umfeld erleben zu können!“

Nach einer Abschiedsrunde entließen die stolzen Trainer ihre wehrfreudigen Schützlinge schließlich nach Hause und sind sich einig: dieser Kurs war ein voller Erfolg und wird in wenigen Monaten erneut angeboten werden.

 


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